Die Barrieren Checker*innen im Quartier

Vorlesen

Im Rahmen des Protesttages für Menschen mit Behinderungen hat sich in diesem Jahr die EUTB Stelle für die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Dorsten, zusammen mit Mitgliedern des Lebenshilfe Rats sowie Bewohnern der Außenwohngruppe der Villa Keller, auf den Weg begeben und dabei verschiedene verbesserungswürdige Barrieren im Stadtteil Holsterhausen ausfindig gemacht.

Die Gruppe entdeckte einige Stolperkanten auf den Gehwegen, so zum Beispiel lockere Pflastersteine oder unbefestigte Straßenabschnitte mit großen Löchern und Unebenheiten. „Nicht nur für Menschen mit einer Gehbehinderung eine gefährliche Angelegenheit, so stellte Peter Bolle treffend fest.“ Er hat eine Sehbehinderung und muss gerade auch in den dunkleren Monaten extrem auf jeden Schritt achten.
Auch die Hinweisschilder an den Bushaltestellen waren für Menschen mit einer Sehbehinderung zum Teil zu klein beschriftet. Hier wäre ein einheitliches Format in einer größeren Schriftart sehr hilfreich.

Was die Zugänge in die Geschäfte betrifft, so gibt es leider nach wie vor noch viele Eingänge, die nicht ebenerdig sind und zudem über keine Rampe verfügen. Für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, bedeutet dies eine klare Ausgrenzung.
Ein nicht barrierefreies Schuh-Geschäft, würde ihre Kundschaft bei Bedarf auch „auf dem Gehweg“ bedienen, erzählte uns eine freundliche Verkäuferin. Sicherlich eine nett gemeinte Geste aber ist auf diese Weise eine Intimität gegeben?
Selbst am Eingang des ortsansässigen Kinos konnte die Gruppe leider nur Stufen erkennen.

Einige Geschäfte ohne barrierefreien Umbau, haben sich jedoch bereits vorbildlich auf den Weg gemacht und zumindest eine mobile Rampe angeschafft.
„Echte Barrierefreiheit im Sinne der Inklusion sieht natürlich anders aus,“ so Jennifer Palm, EUTB Beraterin für Dorsten. „Jedoch befinden wir uns immer mehr auf dem richtigen Weg und durch Aktionen wie diese, können wir auf Barrieren, die in Zukunft noch weiter abgebaut werden sollen aufmerksam machen.“

Gruppenfoto
Bild 1
Bild 2
Bild 3

Eine mobile Holzrampe, stellt eine einfache aber effektive Lösung dar.

Bild 4

Eine Rampe, die nicht zu sehr in den Gehweg hineinragt, ist schwer umzusetzen. Ein Geschäft bietet als Alternative einen „vor der Tür Service“ an.

Bild 5
Bild 6
Bild 7

Ein Bewohner macht sich Sorgen und sieht die Stolperfalle als großes Problem. Schon oft konnte er beobachten, dass die Unebenheiten eine gefährliche Barriere sind.

 
 
 
 

Lebenshilfe Dorsten e.V., Barbarastraße 70, 46282 Dorsten