Inklusive Trommelgruppe beim parlamentarischen Abend der Lebenshilfe

Düsseldorf. Die inklusive Trommelgruppe „Handgemacht“ wurde am Dienstagabend den 26.11.2019 zu einem Auftritt, beim parlamentarischen Abend eingeladen.

So machten wir uns dienstags gegen 15:30 Uhr auf den Weg und traffen mit vier Bewohner*innen der Außenwohngruppe und zwei Bewohner*innen der Villa Keller, den Leitern des Trommelworkshops, mir dem FSJler und jeder Menge Instrumente, abends beim Landtag ein.

Nach einigen organisatorischen Hürden stand dem politischen Geschehen nichts mehr im Weg!

Der Abend startete, nach einer kurzen Eröffnungsrede, mit der inklusiven Theaterwerkstatt Haldern. Die Gruppe führte das Stück „Vergiss-Mein-Nicht“ auf, welches die Grausamkeiten und etlichen namenlosen Opfer des Euthanasieprogramms der NS-Zeit (konkret: „Aktion T4“) thematisierte. Dieses Stück hatte zudem einen Gegenwartsbezug, in dem es ebenso die etlichen
namenlosen Schutzsuchenden und Geflüchtete aus Kriegsländern, welche zum größten Teil im Mittelmeer tragisch verenden, benannte. Diese Vorstellung hat einen gleichermaßen berührt, wie auch zum Nachdenken gebracht. Im Publikum herrschte gebannte Stille und jeder war mit seinem gesamten Interesse bei dem Theaterstück. Jeder der Schauspieler*innen hatte seine*ihre
persönliche Stärke, die er zum Ausdruck brachte. Somit konnte die Darbietung durch grandiose Schauspielerei, Gesang, instrumentellen Klängen und tänzerischen Einlagen zu dem Vielfältigen Stück gemacht werden, welches das Publikum bestaunten durfte.

„Nie wieder!“ war in der Vorführung nicht nur ein politisches Statement, sondern ein Ausdruck von Menschlichkeit, Bedauern und Verantwortung.
Nach dem Theaterstück folgte eine Podiumsdiskussion, mit zwei betroffenen Vertretern. Dieser argumentative Austausch fand auf einer passenden Ebene zwischen emotionalem Elan und faktisch-begründeter Ruhe statt. Die Argumente, der beiden Vertreter, waren unglaublich stark, was man auch anhand der Reaktionen des Publikums bemerkte. Kaum eine Aussage wurde nicht durch Zustimmung seitens des Plenums untermauert. „Wir sind hier auf einer inklusiven Veranstaltung zum Thema 'Teilhabe' und dennoch stehen hier zum Großteil Stehtische, die für einen Rollstuhlfahrer ungeeignet sind!“ Treffender hätte eine Aussage nicht sein können. Es ist die Aufgaben, eines jeden von uns, die Teilhabe von Menschen mit Behinderung um ein vielfaches zu vergrößern. Dazu müssen wir nicht einmal einen riesigen Umschwung verfolgen, die kleinen Dinge sind es, welche einen großen Unterschied für die Betroffenen bedeuten.

Zum Abschluss waren wir, die Trommelgruppe „Handgemacht“ aus Dorsten, an der Reihe unsere einstudierten Lieder vorzuführen. Dabei spielten wir drei Musikstücke: „Yellow Submarine“ von den Beatles, ein Vocussion-Stück mit dem Namen „Panama-Panama-Cuba“ und zu guter Letzt die Eigeninterpretation „Eisgekühlte Apfelschorle“ mit der Melodie des Toten Hosen-Hits „Eisgekühlter Bommerlunder“. Im Publikum kam beim Hören dieser Songs viel Freude auf. Manche sangen energisch mit, andere wippten und klatschten im Takt unserer Percussions und Bongos und wieder
andere haben die Musik still genossen.

Wir Trommler*innen hatten sehr viel Freude bei dem Auftritt, waren am Ende des letzten Liedes sehr zufrieden mit unserer Leistung und verbeugten sich stolz. So rundeten wir den Abend mit viel Freude und Heiterkeit den parlamentarischen Abend ab. Nach dem Programm gab es, bei rheinischer Kartoffelsuppe, noch die Möglichkeit für den gegenseitigen Austausch. Dieser war ebenfalls sehr erfolgreich!

Im Gesamten war der parlamentarisch Abend nicht wie man sich eine gewöhnliche politische Veranstaltung vorstellte, wenn man im Alltag nicht viel mit Politik zu tun hat. Er war bedacht, aber auch vergnügt und heiter. Er war kulturell und zum Zeitgeist passend. Er war wie die Lebenshilfe selbst: Vielfältig!

 
 
 
 

Lebenshilfe Dorsten e.V., Barbarastraße 70, 46282 Dorsten